Das Rheinisch Deutsche Kaltblutpferd
ist eine vom Aussterben bedrohte Rasse und gerade deshalb sollte man bei der Zuchtauswahl besondere Sorgfalt walten lassen!
So schlimm ist es um die Rasse nicht mehr bestellt das man nur wegen dem Erhalt mit allen Stuten und Hengsten anpaaren müsste. Eine vernünftige Selektion ist also sehr wohl möglich und wichtiger als bei jeder anderen Rasse!
Man bedenke das diese Pferde zum Teil 800 - 900 Kg Lebendgewicht auf die Waage bringen! Stellungsfehler in den Gliedmaßen, paddeln, schlechte Hufqualität und nicht angepasste Größe der Hufe haben hier besonders fatale Folgen.
Auch der Charakter und Temperament vererben sich mehr als manch einer glaubt.....
Geht auf Hengstschauen - schaut genau hin! Eine Hengstschau ist nur eine Momentaufnahme, dennoch, beobachtet die Herren!
Ist der Hengst nervenstark und gelassen oder eher impulsiv, temperamentvoll, vielleicht nur schlecht erzogen? Oder gar rempelig und äh? (Für die hohe Schule über der Erde sind die Lipizzaner zuständig!)
Möchte ich jetzt mit dem Vorführer da unten tauschen? Nein? - Dann würde ich diesen Hengst von der Liste streichen! Ein Kaltblüter ist kein Shetlandpony und ich möchte hinterher mit dem Pferd vernünftig arbeiten, ohne mein Leben zu riskieren............
Ich muß nicht ausprobieren wie viele Gartenzäune man gleichzeitig platt machen kann wenn ein 10-Meter Stamm dicke, gute, deutsche Eiche hinter dem Pferd hängt!
Überhaupt: Laßt Euch Eure Stute in 6 Meter Entfernung vor Euch aufstellen - nehmt einen Block und Stift - legt alle Emotionen neben Euch ab!!! - und schreibt nun auf, was dieses Pferd alles hat oder nicht hat! Positiv und negativ!
Überlegt ganz genau - wo will ich hin, was ist mein Zuchtziel und was will ich an der Stute verbessern!
Zucht heißt Verbesserung - nicht Vermehrung und die Aufzucht eines guten Fohlens kostet das gleiche wie die eines schlechten Fohlens!
Ich will gar nicht so in´s Detail gehen, aber hierauf solltet Ihr besonders achten:
Der Gesamteindruck, ist das Pferd eher tiefrumpfig oder eher hochbeinig? Zu hochbeinig entspricht nicht dem Rassetyp - zu tiefrumpfig aber auch nicht, schließlich züchten wir keine übergewichtigen Dackel.
Stimmt die Drittelung? Oder hat das Pferd einen kurzen Hals, eine kurze abgeschlagene Kruppe und dazwischen einen furchtbar langen Rücken und Lendenpartie - dann schaue ich besser nach einem Hengst mit guter Halslänge und einer langen schrägen Kruppe, die nicht so steil abfällt.
Der Rücken sollte gut geschwungen sein. Auch einen Kaltblüter kann man sehr schön reiten und auf einem Bügelbrett reitet es sich nicht so schön!
Von vorn betrachtet sollte das Pferd eine genügend breite Brust haben und auch von hinten betrachtet, sollte Euer Kaltblüter nicht einem Handtuch ähneln.
Das Fundament ist ganz wichtig! Passend zum Pferdekörper, gut ausgeprägte Gelenke und die Größe der Hufe muss zum Pferd passen, schließlich nehmen sie das ganze Gewicht auf, federn und fangen ab.
Die Stellung der Gliedmassen.........steht mein Pferd insbesondere vorne x-beinig oder paddelt mein Pferd beim laufen? Der Verschleiß der Knochen ist hier ungleich höher! - also einen Hengst ausgucken der möglichst wenig paddelt und seine Gliedmaßen möglichst plan aufsetzt.
Schön ist es auch, wenn man die Vorfahren der Stute und des Hengstes kennt und wenn man schon Nachkommen des Hengstes begutachten kann.
Zucht ist eine spannende Sache mit furchtbar vielen Unbekannten und es ist schön zu sehen wie sich ein Hengst vererbt! In der Islandpferdezucht gab es mal einen Hengst, der Weltmeister geworden ist - aber außer seiner Farbe leider nichts vererbt hat!
Und, springt über Euren Schatten! Ob Ihr mit dem Hengsthalter gut schwätzen und ein Bier trinken könnt, oder den Kerle nicht ausstehen könnt - ist für die Zucht nicht von Belang! Ihr paart mit dem Hengst an, nicht mit seinem Besitzer - Ihr versteht mich?
Toll ist´s natürlich wenn alles stimmt...........
So, nun wollen wir aber noch unsere Therese vorstellen...............
Therese stammt aus der Zucht von Karl-Wilhelm Dick aus Fürken.
Sie ist am 28.4.1994 geboren, aus der Nira (besser unter Lola bekannt) und von Tim.
Das Fohlen, das ihr hier seht, ist eine Therese-Tochter, von Eisenherz und ist am 29.4.2004 geboren und heißt “Elfe” - ja, Ihr habt schon richtig gelesen.......und wenn Ihr sie laufen seht, wisst Ihr auch warum sie so heißt.........
Therese wird bei uns zum Holzrücken eingesetzt, vor der Kutsche gefahren und geritten.
Letzteres macht Therese am meisten Spaß, obwohl man dabei eher Gefahr läuft das einem so gefährliche Hühner begegnen..........das kleine Flattervolk findet sie absolut schrecklich und nutzlos! ( Sie isst ja auch kein Frühstücksei! )
Therese ist ein absolutes Arbeitstier, kein Weg ist zu weit, keine Böschung zu steil und keine Kutsche oder Stamm ist zu schwer!
Im Gegenteil, wenn man angespannt hat, muß man sie die ersten 1000 Meter gut im Zaum halten.............
Sie ist nicht zickig und nicht launisch, aber ein Fratzenschneider ist sie schon und man muß nicht viel von der Pferdesprache verstehen, um zu sehen was ihr passt und was nicht. Sie hat einen ausdrucksvollen Kopf und eine ausgeprägte Mimik.
Vielleicht sieht man sich mal........tschüß bis dahin, sagt Therese und Ihre Menschleins
Jährlinge soll man ja eigentlich nicht anschauen...........dennoch wollen wir
Euch die Entwicklung der zwei so ungleichen Freundinnen nicht vorenthalten!
( Die Spargel-Tarzan-Zeit gehört halt mit dazu )

Links - unverkennbar Thereses Tochter Elfe
Rechts - vom stolzen Schwan noch weit entfernt, Lorca Tochter Graciosa

Elfe ist schon recht weit entwickelt